Wir zitieren aus dem Artikel von Kathrin Braun vom 14.10.2019 im Münchner Merkur und verweisen auf die Beispiele

“ „Verehrte Freunde“, postet der Münchner Erkan S. (Name geändert) auf Türkisch auf Facebook. „Über die sozialen Medien werden gegenüber unserer ruhmreichen Armee Beleidigungen, im Rahmen der inneren Sicherheit erniedrigende Kommentare und Falschmeldungen geteilt. Da dies alles Straftatbestände sind, bitten wir, jene Profile, die dies verbreiten, samt Screenshots zu melden.“ Dazu eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer der türkischen Polizei, Abteilung zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität. Verfasst habe er den Text nicht selbst – sondern nur geteilt, sagt er.

Solche Aufrufe seien seit etwa drei Jahren eine weitverbreitete Praxis der türkischen Regierung, sagt Cahit Basar, 53, Generalsekretär der kurdischen Gemeinschaft. „Regierungskritische Posts aus dem Internet kann man mit wenigen Klicks an die türkische Polizei weiterleiten.“ Zum Beispiel mit der App EGM – das ARD-Magazin „Report Mainz“ berichtete erst kürzlich über die App der türkischen Polizei. Sie ruft dazu auf, türkischstämmige Erdogan-Gegner in Deutschland direkt bei den türkischen Behörden anzuzeigen. „Damit kann man dann ein bisschen Stasi spielen“, sagt Basar, „und seine Kollegen und Freunde verraten.““ https://www.merkur.de/politik/tuerkei-wie-deutsch-tuerken-kritische-facebook-beitraege-staat-melden-13116345.html