Hilfsappell für die medizinische Versorgung der Flüchtlingscamps in dem Gebiet Sehba und Şêrawa

Wir unterstützen Heyva Sor a Kurdistanês und medico internationals Aufruf zur Hilfe für Flüchtlinge aus Afrin!

Der türkische Staat und unter dessen Befehl stehende islamistische Banden begingen mit ihrem Angriff auf Afrin offenen Völkerrechtsbruch, bombardierten und ermordeten Zivilisten, zerstören Häuser, Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, Staudamm, Flüchtling-Camps.  Sie plündern und zerstören das Hab und Gut der Zivilbevölkerung in den besetzten Orten. Innerhalb von zwei Monaten sind über 500 Zivilisten getötet und über 1000 verletzt. 

Aufgrund der Angriffe sind rund 170.000 Zivilisten aus Efrîn geflüchtet und haben in dem Gebiet Sehba und Şêrawa geschützte Plätze gefunden. Die Flüchtlinge müssen unter schwersten Bedingungen versuchen dort zu leben und zu überleben. Demzufolge hat die überregionale Hilfsorganisation, der Kurdischer Roter Halbmond, Heyva Sor a Kurdistanê, mit einer großen Kampagne zur Unterstützung der Flüchtlinge von Efrîn begonnen. Internationale Hilfsorganisationen sind unerklärlicherweise offenbar bisher vor Ort nicht präsent. Mit den gesammelten Geldspenden wird das Überleben der Flüchtlinge auf unterschiedlichste Weise unterstützt und Medikamente, Gesundheitsutensilien und Medizinische Geräte gekauft. Immer wieder sterben gerade Säuglinge und Kinder, da sie nicht adäquat medizinisch versorgt werden können.  

Aufgrund der Mangelversorgung an sauberem Wasser und Lebensmitteln sowie fehlender Hygiene sind inzwischen einhergehend mit den ansteigenden Temperaturen verschiedene Krankheiten ausgebrochen. Große Probleme bereitet der kurdischen Hilfsorganisation der Mangel an Medikamenten und medizinischen Geräten. Täglich werden über 500 Menschen medizinisch in sieben Gesundheitszentren versorgt. Die Mitarbeiter*innen vor Ort berichten, dass aufgrund der steigenden Temperaturen mehrere Krankheiten ausgebrochen sind und die Medikamente in den Lagern zur Neige gehen. Sie rufen dringend zur medizinischen Unterstützung auf. 

Die Apothekerin und Mitarbeiterin des Kurdischern Roten Halbmond Rim Kahlo sagte zudem, dass Medikamente gegen Lungenentzündung, Asthma, Impfungen für Kinder, Diabetes und für psychische Störungen sehr schwer zugänglich sind und die vorhandenen Medikamente zur Neige gehen: „Die bestehenden Bedingungen begünstigen das Ausbrechen und die Verbreitung von Krankheiten. Je wärmer es wird, desto mehr Krankheiten werden sich verbreiten. Wir machen uns große Sorgen wegen der kommenden Tage. Daher brauchen wir dringend medizinische Unterstützung.“

Viele Menschen sind traumatisiert

Für Mihemed Îsa, einen der Psychiater von Heyva Sor a Kurd, ist besonders der Mangel an Medikamenten für psychische Störungen gravierend: „Hier leben mehr als 175.000 Menschen, die aus Efrîn vertrieben worden sind. Şehbas Bevölkerungsanzahl beträgt bereits 80.000. Die Menschen, die fliehen mussten, haben ein großes Trauma erlitten. Die physischen Bedingungen sind schlecht und psychische Störungen sind weit verbreitet. Dennoch haben wir kaum Medikamente für psychiatrische Therapien hier.“

Medikamente gehen zur Neige

Die Mitarbeiter*innen von Heyva Sor a Kurd informierten uns darüber, welche Medikamente fehlen oder zur Neige gehen und für welche Krankheiten sie besonders wichtig sind: „Lungenentzündung, Impfungen für Kinder, Hals-Nase-Ohren, Diabetes (auch Messgeräte hierfür sind nicht vorhanden), Asthma, Bluthochdruck, Durchfall, Krankheiten, die mit den Temperaturveränderungen ausbrechen, Augenprobleme (gegen Allergien und Infektionen), Sonnenstich und Vergiftung, Typhus, Medikamente für psychische Störungen, Medikamente gegen Allergien und Nierenkrankheiten.“

https://www.medico.de/flucht-aus-afrin-17005/

http://www.heyvasor.com/de/banga-alikariye-ji-bo-xelke-sirnexe/

https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/keine-unterstuetzung-von-internationalen-organisationen-fuer-efrin-3910