Die Befreiung der Frauen in Kurdistan

Donnerstag, 2. März 2017, 19.00 Uhr
Herford, Haus unter den Linden (HudL)

In der Veranstaltung informieren und diskutieren Vertreterinnen der »Initiative für Frieden und Hoffnung in Kurdistan«, Bielefeld zu den
Themen: Frauenbefreiung in Kurdistan und zur Rolle der Frau in den kurdischen Gebieten.

Im Rahmen der Veranstaltung wird auch die Fotoausstellung »Rojava – Frühling der Frauen« gezeigt.
Ziel dieser Ausstellung ist es, den Aufbau und die Arbeit der Frauenstrukturen sichtbar zu machen.

In unseren Medien dominiert das Bild der armen, rückständigen und unterdrückten Frauen des
Nahen Ostens. Die Situation der kurdischen Frauen, vor allem in den dörflichen Regionen türkisch
Kurdistans und in den selbstverwalteten Kantonen in Nordsyrien, genannt Rojava, ist aber komplexer.
Einerseits sind die Frauen in Rojava geprägt durch eine konservative patriarchalische Gesellschaft,
teilweise lokal repräsentiert durch Stammesgesellschaften, andererseits schließen sich viele
Frauen, ob jung oder alt, dem Befreiungskampf gegen den IS an.
Armut und Krieg haben viele Familien auseinandergerissen. Kurdische Männer gingen nach Westeuropa,
um Arbeit zu finden, andere wurden getötet, verhaftet oder zur Flucht gezwungen. Somit
gerieten viele kurdische Frauen in die Situation, alleine für ihre Familien sorgen zu müssen.
Die in Syrien entstehenden Frauenbewegungen orientieren sich zu einem beträchtlichen Teil an
den kurdischen Frauen in Nordsyrien (Rojava). In Rojava entstand eine Frauenbewegung, die sich
einerseits militärisch in der YPJ orgnisierte, andererseits auch in Verwaltung und Politik verantwortliche
Funktionen besetzte. 2014 wurde in Rojava ein Gesetz erlassen, das die Frauen den
Männern gleichstellt. Danach erhalten die Frauen die gleichen Arbeitsbedingungen und die gleiche
Bezahlung wie die Männer. Alle wichtigen Posten in Politik und Verwaltung werden mit einem
Mann und einer Frau besetzt, in allen Bereichen wurde eine 40-prozentige Geschlechterquote
festgelegt. Frauen dürfen erst ab 18 heiraten und nicht gegen ihren Willen verheiratet werden. Polygamie
wie auch »Ehrenmorde« sowie jegliche Gewalt und Diskriminierung von Frauen sind verboten.

VeranstalterInnen: Initiative »Freundschaft der Regionen Derik/Rojava und Herford« | Rosa-
Luxemburg-Club Herford | DGB Kreisverband Herford | Arbeit und Leben DGB/VHS im Kreis
Herford | Ratsfraktion Die Linke, Herford | Initiative für Frieden und Hoffnung in Kurdistan |
GEW Löhne

Mit solidarischen Grüßen

Friedel Böhse und Ulrich Adler
(Ansprechpartner der Initiative „Freundschaft der Regionen Derik/Rojava und Herford