„Sie tun uns das gleiche an, wie der IS. Und die Welt schweigt“ Türkei bombardiert Krankenhaus im Shengal

Der Demokratische Autonomierat Şengal erklärt:

„Die Bombardierung des Krankenhauses geht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit in die Geschichte ein. Nach dem Völkerrecht sind Angriffe auf Krankenhäuser Verbrechen, die von Gewissenlosigkeit und fehlender Ethik zeugen. Wie auch die YBŞ mitgeteilt haben, stand das Krankenhaus zugleich im Dienste der ezidischen und arabischen Bevölkerung. Hier wurden Mütter, Kinder, junge Männer und Frauen aus Şengal behandelt.

Es wurde nicht nur ein Mal, sondern vier Mal bombardiert. Die Menschen aus der Umgebung haben den Tod riskiert, um die Gefallenen und Verwundeten aus den Trümmern zu bergen. Ziel des Angriffs waren Kranke, Ärzt:innen, Pflegepersonal und die YBŞ-Kämpfer, die für die Sicherheit des Krankenhauses zuständig waren.

Bei all dem handelt es sich um einen neuen Völkermordangriff gegen die Ezid:innen. Die Grundlage dafür ist das Abkommen zwischen Irak, PDK und dem türkischen Staat vom 9. Oktober 2020. Unser Volk hat dieses Abkommen von Beginn an als Verständigung auf einen Völkermord bezeichnet und es mit vehementem Widerstand für ungültig erklärt.“

Eine ezidische Frau erklärte, dass das Krankenhaus für die ezidische und arabische Bevölkerung der Region da war. Beim Gesundheitspersonal handele es sich um Menschen aus der Bevölkerung: „Dieses Krankenhaus hat der Zivilbevölkerung gedient. Die Ärztinnen und Ärzte waren unsere Kinder, die Kinder der Eziden. Unter diesen Trümmern liegen Dutzende Menschen. Ebenso wie der türkische Staat sind auch der Irak und Mesûd Barzanî verantwortlich für dieses Massaker. Sie tun uns das Gleiche wie der IS an. Und die Welt schweigt dazu.“