Serkan Tumay, von Vollzugspersonal zu Tode geprügelt

Der 27jährige kurdische Gefangene Serkan Tumay ist an den Folgen schwerer Misshandlungen im F-Typ-Gefängnisses im zentralanatolischen Kırıkkale gestorben. Tumay wurde laut seinen Mitgefangenen im Oktober wieder vom Personal schwer misshandelt und unter anderem mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen. Dabei soll er sich mehrere Knochenbrüche und Schädelfrakturen hinzugezogen haben. Ob er in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, ist unklar.

Die Familie von Tumay geht davon aus, dass es sich bei der Folterung um einen Racheakt der Wärter handelte, denn schon mehrfach habe sich der seit 2014 inhaftierte über massive Misstände und brutale Haftbedingungen in dem Hochsicherheitsgefängnis, darunter auch Schläge, beklagt. Zudem hatte er um die Verlegung in eine andere Haftanstalt gebeten. Über den Antrag hat die Staatsanwaltschaft bis zu seinem Tod nicht entschieden.

Seine Angehörigen erstatteten Anzeige bei der Generalstaatsanwaltschaft Manisa. Der Familie wurde inzwischen offiziell mitgeteilt, dass Serkan am vergangenen Samstag gestorben sei. Sein Leichnam wurde daraufhin im rechtsmedizinischen Institut im weiter östlich gelegenen Ankara obduziert. Die Gerichtsmedizin schreibt in einem Gutachten, Serkan Tumay sei an „Verletzungen gestorben“.

Inzwischen haben die Behörden die Leiche zur Bestattung freigegeben und nach Manisa, dem Wohnort der Familie, überstellt. Weitere Informationen:

https://artigercek.com/haberler/cezaevinde-darp-edilerek-olduruldu

https://stockholmcf.org/inmate-tortured-to-death-in-turkish-prison-brother-claims-report/

https://anfdeutsch.com/menschenrechte/gerichtsmedizin-bestatigt-todliche-verletzungen-22284