Prof. Marco Sassòli: „Türkei handelt völkerrechtswidrig“

Der Direktor der Genfer Akademie für humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte und Professor für Völkerrecht an der Rechtsfakultät der Universität Genf Marco Sassòli erläutert völkerrechtliche Aspekte des Überfalls der Türkei auf Nordsyrien / Rojava. Er ist Kommissar der Internationalen Kommission der Juristen (IGH) und Sonderberater bei der Staatsanwaltschaft des Internationalen Strafgerichtshofs.

In einem ausführlichen Interview weist er unter anderem auf die Verpflichtung der internationalen Staatengemeinschaft, dh. auch der Bundesrepublik und der EU, hin, Verbrechen gegen die Genfer Abkommen aufzuklären und zu ahnden: „…. wenn es zivile Massaker und Vertreibungen gab, dann ist das ein schwerer Verstoß gegen die Genfer Konventionen. Die Pflicht liegt bei allen Staaten, denn alle Staaten sind verpflichtet, diese Konventionen zu schützen und sich denen zu widersetzen, die sie verletzen.“

Das gesamte Interview ist nachzulesen unter: https://anfdeutsch.com/hintergrund/sassoli-toetungen-von-zivilisten-sind-kriegsverbrechen-15511

Hintergründe zur Entstehung der Genfer Konventionen im Jahr 1949, die im Fall eines Krieges oder eines internationalen oder nicht internationalen bewaffneten Konflikts Regeln für den Schutz von Personen, die nicht oder nicht mehr an den Kampfhandlungen teilnehmen aufstellen, und Möglichkeiten und Grenzer ihrer Durchsetzung finden sich ua hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen