Nachtrag

Für das Erdogan-Regime, genau wie für alle anderen religiösen und politischen Extremisten weltweit, stellt das in der Föderation NordOstSyrien begonnene basisdemokratische Projekt der Völker Rojavas, eine Bedrohung ihrer Herrschaft durch als Ungläubige und Atheisten, Marxisten und Terroristen diffamierte dar. Deshalb wurden sie von Verfassungsgesprächen der UNO ausgeschlossen, deshalb brach die Türkei das Völkerrecht, deshalb mussten ihre VerteidigerInnen -trotz größter diplomatischer Bemühungen ihrer politischen Repräsentanten vor den Türen der Mächtigen- sterben oder schwerste Verletzungen erleiden, deshalb mussten Hunderttausende durch Flucht ihr Leben retten.

Die Autonome Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien erklärte einen Tag vor dem Beginn des Überfalls auf Rojava am 9. Oktober 2019 ihre uneingeschränkte Bereitschaft zum Dialog, zu Verhandlungen für Frieden und zur Bewahrung der Bevölkerung vor jihadistischer Barbarei mit folgenden Worten:

„Wir bekräftigen erneut, dass es hier um die Einheit von Syrien und der Gesellschaft geht. Wir werden unsere Bevölkerung vor allen Arten von Angriffen schützen. Alle beteiligten Parteien, also Russland, das syrische Regime, die internationale Koalition, die EU, die UN und alle Kräfte, die Erdoğan zu seinem Angriff dadurch ermutigt haben, indem sie die Teilnahme der Selbstverwaltung am Verfassungskomitee in Syrien verhinderten, sollten nun eine klare Haltung beziehen. Das erwarten wir von ihnen. Die Angriffe des türkischen Staates werden zur Zerstörung und zu einer humanitären Krise in der Region führen. Die ganze Welt wird dafür verantwortlich sein.“

Die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) erklärten, dass die Türkei vor den Augen der Weltöffentlichkeit einen Genozid verüben will und sie deshalb das Recht auf Selbstverteidigung in Anspruch nehmen. Die internationale Koalition gegen den IS wurde zur Erfüllung ihrer Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen angehalten, dies zu verhindern, wobei die Schaffung einer Flugverbotszone für türkische Kriegsflugzeuge im Zentrum stand.

Diverse politische Vertreter der Demokratische Föderation Nord- und Ostsyriens warnten zudem vor einem Wiedererstarken des Islamischen Staates durch die Besatzungsoperation der Türkei. Bereits in den Regionen Qamişlo und Hesekê habe sich der IS wieder reaktiviert, wie Bombenanschläge zeigen. Damit stehe man nun vor zwei Fronten, dem türkischen Staat und dem IS.

https://docs.google.com/viewerng/viewer?url=http://civaka-azad.org/wp-content/uploads/2019/10/Civaka-Azad-Factsheet-Krieg-in-Nordsyrien.pdf&hl=de