Aktuelle Stellungnahme

Wir rufen alle demokratischen zivilgesellschaftlichen Organisationen: demokratische Parteien, Medien, Kirchen, Gewerkschaften, Verbände und Vereine zu aktiver Solidarität, d.h Schutz vor Gewaltakten jeglicher Art an Kurdinnen und Kurden auch hier und der entschlossenen Ablehnung dieses barbarischen staatlichen Terroraktes des Erdogan-Regimes gegenüber der Föderation NordOstSyrien und dem Weltfrieden auf.

Nach der Besatzung Afrins und der anhaltenden jihadistischen Verbrechen dort, darf die Einrichtung eines weiteren türkischen Protektorats „Nordsyrien“ nicht unterstützt werden.

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker Rojavas: der Kurd*innen, Araber*innen, Assyrer*innen, Turkmen*innen, Armenier*innen, Tschetschen*innen und Tscherkess*innen muss vollständig gewahrt werden.

Nach der kriegsähnlichen Zerstörung kurdischer Städte im Südosten der Türkei mit hunderten Toten und zehntausenden Vertriebenen im Herbst 2016 und ihrer anschließenden Zwangsverwaltung, der Gleichschaltung der freien Presse- und Medienlandschaft, der Serieninhaftierung linkshumanistischer oppositioneller Aktivsten der HDP, der kriegerischen Besatzung des syrischen Kantons Afrin mit Hilfe jihadistischer Mörderbanden im Winter 2018 greift das Regime Erdogan nach Abzug letzter us-amerikanischer Soldaten auf Anweisung ihres Präsidenten – erneut Hand in Hand mit Jihad-Terroristen – völkerrechtsverbrecherisch die basisdemokratische Föderation NordOstSyrien auf syrischem Staatsgebiet an.

Bisher sind mehr als 200 Menschen der türkischen Militärmaschinerie und Jihadisten zum Opfer gefallen, davon 22 Kinder. Fast 700 Menschen sind zum großen Teil schwerst verletzt. Der Einsatz international geächteter chemischer Kampfstoffe, -weißer Phospor- wird untersucht. Rund 300.000 Zivilisten sind auf der Flucht.

Die Regierungen der USA, Europas und die Nato haben offenbar jeden humanistischen Einfluss aufgegeben oder verloren. Das vom Westen zur zweitgrößten Nato-Armee der Welt hochgerüstete autokratische Regime der Türkei verbreitet mit jihadistischen Mörderbanden Angst und Schrecken, Mord und Totschlag, wie zahllose Greulvideos in sozialen Netzwerken belegen. Solchem Staatsterrorismus -und dem Einsatz international geächteter Chemiewaffen- ist die tapfer sich verteidigende Bevölkerung von Rojava -die längste Zeit ignoriert von der internationalen Staatengemeinschaft- weitestgehend schutzlos ausgeliefert.

Der Staatspräsident der Türkei kündigte in der Sprache des IS-Terrorismus an, die Köpfe sich selbst verteidigender syrischer Kurdinnen und Kurden zu zerquetschen. 

Die durch die Initiative der Russischen Föderation verkündete Waffenruhe wird immer verletzt und weiter Soldaten der türkischen Armee über die Grenze auf syrisches Gebiet verbracht. Eine nach mehrstündigen Verhandlungen zwischen Putin und Erdogan in einem 10 Punkte Plan ausgehandelte Vereinbarung – die ua die dauerhafte Besatzung einer Grenzzone Syriens und die Wichtigkeit des Adana-Abkommens declariert – wurden schon auf dem Rückflug durch Erdogan propagandistisch mit dem Hinweis bedroht, nicht von eigenen Zielen abweichen zu wollen.

Wir bitten um finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisation Kurdischer Roter Halbmond oder medico international, die sich darum bemühen, Kriegsverwundete -versehrte und vertriebene medizinisch zu versorgen, soweit es ihnen die Sicherheitslage erlaubt.

Wir rufen alle demokratischen zivilgesellschaftlichen Akteure der Bundesrepublik zu aktiver Solidarität, Barmherzig und der entschlossenen Ablehnung dieses barbarischen staatlichen Gewaltaktes auf, der möglicherweise erst der Anfang des internationalen Schreckens ist.

Nach Afrin und Rojava sind sowohl Zypern (riesige Erdgasvorkommen vor der Küste), Shengal (Heimat der als Teufelsanbeter diffamierten Eziden) und die Autonome Region Kurdistan im Nordirak mit Invasion bedroht. Selbst griechische Inseln und Teile Bulgariens werden entsprechend neoosmanischer Ideologie beansprucht.