Die paramilitärische Gewalt in den Dörfern begleitet die bürokratische in den Städten

Nachdem mehr als ein Jahr lang exzessive staatliche Gewalt Angst, Tod, Verzweiflung und Zerstörung in die kurdischen Städte der Türkei brachte, werden durch die AKP-Regierung seit Sommer 2016 Kommunen mit ihren Rathäuser und Verwaltungen unter ihre Vorherrschaft gestellt.

Mehr als 80 demokratisch gewählte Bürgermeister*innen wurden inzwischen abgesetzt und stattdessen Zwangsverwaltungen installiert. Leyla Güven schreibt aktuell dazu: „Es wurden gewählte Bürgermeister*innen, Stadtratsmitglieder und Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltungen festgenommen und/oder entlassen. Die unter Zwangsverwaltung gestellten Rathäuser werden nun mit Betonklötzen, durch bewaffnete Sicherheitskräfte und gepanzerte Fahrzeuge „geschützt“. Die übrig gebliebenen Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung können nur unter enormen psychischen Druck ihre Arbeiten fortsetzen. Mit der Praxis der Zwangsverwaltung wurden die Kommunalverwaltungen, die von der Bevölkerung gewählt und im Dienste der Bevölkerung gearbeitet haben, nun in den Dienst der Regierenden in Ankara gestellt.“

Mehr zum Alltag in den zwangsverwalteten Städten unter: http://civaka-azad.org/der-ausnahmezustand-in-nordkurdistan-ein-ueberblick/