Traumatisierte Eindrücke aus 132 Tagen Haft im Frauengefängnis

Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan berichtet in einem Interview mit Karen Krüger von ihren traumatischen Erfahrungen im Istanbuler Frauengefängnis Barkirköy, indem sie 132 Tage und Nächte verbringen musste, weil sie staatlicherseits unter dem Verdacht steht, eine Terrororganisation zu unterstützen. Vermutlich reflektiert sie zurecht, dass sie nicht aufgrund ihrer politischen Bedeutung für die türkische Gesellschaft verhaftet wurde, sondern aufgrund ihrer symbolischen Bedeutung als Frau und als Schriftstellerin, die Menschenrechtsverletzungen an Kurd*innen, Alevit*innen,  Armenier*innen oder Flüchtlingen in ihren Texten anprangerte. Dass sie in der Haft von der Solidarität politisierter Frauen emotional aufgefangen wurde, schildert sie in dem Interview eindrücklich.

Am Samstag den 04. Februar 2017 kam es – wie derzeit jeden Tag in der Dekret-Republik-Türkei –  u.a. in den Städten Ankara, Malatya, Agri, Adana und Dersim zu Verhaftungen von „Terrorverdächtigen“ Gewerkschafter*innen, Politiker*innen etc., wie Frau Asli Erdogan. Die deutschsprachigen Medien schweigen weitgehend dazu.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/die-tuerkische-autorin-asli-erdogan-im-interview-14718633.html