Rojava strahlt bis Ostwestfalen

Fluchtursachen bekämpfen – Brandstifter Erdogan stoppen

„Gestern Helden, heute Zielscheibe: die Kurden in Syrien“. Diese neue Situation wurde Anfang September von der Sendung Monitor des ARD aufgezeigt. „Wer Fluchtursachen bekämpfen will, der muss vor allem den Krieg in Syrien beenden. Doch danach sieht es im Augenblick ganz und gar nicht aus,“ stellte  der Monitor-Bericht fest. Die Türkei bekämpfen mit Billigung von Nato- Staaten die Kurden. Die Kurden leisteten im Nahen Osten bisher den größten Beitrag, um den  sogenannten „Islamischen Staat“ erfolgreich zurückzudrängen. Es geht um die Glaubwürdigkeit des Westens im Kampf gegen den IS und um die Frage, ob Frieden in Syrien  möglich ist. Der türkische Präsident Erdogan ist nicht die Lösung der Fluchtprobleme, sondern eine ihrer Ursachen. Durch die offenkundige Unterstützung des sogenannten „Islamischen Staates“ und durch die Behinderung einer Verhandlungslösung für Syrien ist er wesentlicher Mitverursacher der Gewalt, vor der die Menschen fliehen. Seine Gegner sieht Erdogan vorrangig in allen, die eine demokratische Selbstverwaltung in der Region anstreben. Salih Muslim, der Co-Vor-sitzende der kurdischen Partei PYD in Syrien, forderte jüngst erneut ein demokratisches dezentralisiertes Syrien, welches weltlich und glaubensunabhängig ausgerichtet ist.

Das Modell Rojava in Nordsyrien bietet jedoch eine beispielhafte Perspektive für Syrien und den Nahen Osten . In Rojava wurden vor drei Jahren ein Gesellschaftsvertrag und eine demokratische Selbstverwaltung aufgebaut. Dabei sind beide Geschlechter sowie ethnische und religiöse Minder-heiten gleichberechtigt beteiligt. Im Kreis Herford hat sich eine Initiative „Freundschaft der Regionen Derik/Rojava und Herford“ gegründet, die den Gedanken des Deutschen Städtetages aufgreift, mehr echte „ Win-Win-Städte-partnerschaften“ zu gründen. „ Dabei geht es um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, bei der bei-de Partner voneinander lernen und sich weiterentwickeln können.“(Deutscher Städtetag 22.06.2016)

Wir möchten den Gedanken der Solidarität und Partnerschaft der Menschen unterschiedlicher Regionen – hier Rojava und Herford- zum Thema machen. In einer Podiumsdiskussion werden wir gangbare Wege erörtern, wie wir mit dazu beitragen können, dem Frieden im Nahen Osten eine Chance zu geben und Fluchtursachen zu beseitigen.

Wir laden ein zu einer

Podiumsdiskussion mit

Sipan Ibrahim ( Vertreter der demokratische Selbstverwaltung von Rojava in Deutschland)

Martin Dolzer (Mitglied der Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft und Mitinitiator einer Initiative, die Strafanzeige gegen den türkischen Präsidenten Erdogan wegen Kriegsverbrechen an Kurden stellte)

Moderation: Friedel Böhse (Arbeit und Leben Herford) und Ulrich Adler (Rosa-Luxemburg-Club Herford)

Wann ?                                        Dienstag, 11. Oktober 2016, 19.00 Uhr

Wo?                                   Löhne, Werretalhalle, Bünder Str., Raum: VHS-Forum

Veranstalter: Initiative „Freundschaft der Regionen Derik/Rojava und Herford“; Arbeit und Leben Herford , Rosa-Luxemburg-Club Herford , Ratsfraktion Die Linke Löhne, DGB Kreisverband Herford, GEW Löhne